Sarastros Rundbriefe

„Sarastros“ Zauber wirkt auf Gartenfans

logoWelcher Staudenfreund, welche Staudenfreundin kennt ihn nicht? Christian Kreß und seine Gärtnerei bei Ort am Inn ist vielen Fans der Gartenkultur seit langem ein Begriff. Wenn es um robuste, zuverlässige, besondere Stauden, Alpenpflanzen und andere botanische Raritäten geht, gehört das über 3000 Arten und Sorten umfassende Angebot der „Sarastro-Gärtnerei“ mit zur ersten Wahl. Und das nicht nur für KundInnen aus Deutschland und Österreich, sondern inzwischen aus ganz Europa. Sogar in Russland schätzt man die Kompetenz und Weltoffenheit des gebürtigen Süddeutschen, der vor Jahrzehnten Österreich zur Wahlheimat machte.

Kreß ist nicht nur engagierter Gärtner, sondern schreibt auch über Gärten und Pflanzen, ist allgemein kulturell interessiert. Wie Musikliebhaber unschwer erkennen, lieferten die Figuren aus Mozarts Zauberflöte Inspiration für seine Arbeit und den Betrieb: „Sarastro“, „Pamina“ und „Papageno“, sämtlich wichtige Akteure der beliebten Oper, sind darin allgegenwärtig. Fürst Sarastro ist Namensgeber der Gärtnerei; Pamina und Papageno stehen für die Gartenfreundinnen und -freunde, die Kreß in seinen monatlichen Rundbriefen via E-Mail kontaktiert.

In diesem regelmäßigen Newsletter schildert der vielseitige Gartenbautechniker aktuelle Arbeiten, stellt Pflanzen der Jahreszeit vor, berichtet von Reisen, beschreibt Projekte der Gestaltung und Begegnungen mit Menschen. Die Gartenansichten veröffentlichen ab jetzt ebenfalls diese Beiträge, in der Hoffnung, dass möglichst viele Besitzer eines eigenen Gartens (und sei es nur ein Balkon) sich von der Begeisterung des Autors mitreißen lassen.


 

Sarastro-Rundbrief April 2022

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Momentan fegt ein äußerst lästiger, viel zu kalter Ostwind über die Gärtnerei, welcher durch Mark und Bein geht, wenn du dich nicht warm genug anziehst. Dazu jeden Morgen einige Grade unter null, so dass das Arbeiten im Freien zunächst keine reine Freude bereitet. Jetzt könnte man darüber diskutieren, ob der Gärtnerberuf denn wirklich so gesund sei? Ich kann dir versichern, er ist es, trotz allen Widrigkeiten! Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung, sagte mir einst ein sehr bekannter Tiroler Bergführer. Und ich kann mich noch gut an Gartenbesichtigungen in England erinnern, die bei Schneetreiben und widrigstem Wetter stattfanden. Auf den Britischen Inseln fühlen sich zarte Plusgrade enorm feuchtkalt an, da ist mir trockene Kälte doch wesentlich lieber. Und trotzdem lassen sich Briten nicht abhalten, im Garten aktiv zu sein.


Sarastro-Rundbrief März 2022

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Winter kann man dies wirklich nicht mehr nennen, allerhöchstens noch kalendarisch! Diese Wetterentwicklung macht mir Angst und Bang. Ich kann mich noch gut an die erste Galanthus-Gala in England erinnern, die damals Joe Sharman Ende der 90er-Jahre ins Leben rief, an der ich teilnahm. Das war so ungefähr um den 10. Februar. Damals standen dort jenseits des Kanales alle Vorfrühlingsblüher in prächtigstem Kleid, wir besichtigten mit großem Enthusiasmus die Gärten von Sammlern und Züchtern und erfreuten uns an den üppigen Cyclamen und Schneeglöckchen. Jedoch meist bei unangenehmem, feuchtkaltem Wetter oder Schneeregen, während bei uns in Oberösterreich die Temperaturen noch im trockenem Dauer-Minusbereich lagen und sämtliche Vegetation sich in Winterstarre befand. Und heute, mehr als 20 Jahre später?


Sarastro-Rundbrief Februar 2022

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Man sollte sich stets nach dem Wetter richten, auch wenn man sich Staudengärtner nennt! Gerade fegt ein Schneeschauer durch das Land und ich beschloss, dir zu schreiben, denn das Monatsende naht schließlich mit Riesenschritten. Ich war heute im alten Teil des Schaugartens tätig und stutzte unter anderem eine große Kopfweide, was ja eigentlich jedes Jahr gemacht werden sollte, aber wir hatten den Schnitt wieder einmal zwei Winter hinausgeschoben. Durch diese Aktion fielen eine Menge Äste an, die ich mit der Motorsäge lautstark kleinschnitt. Aber jetzt, wohin damit? Schlägst du allerlei Gartenzeitschriften auf, so wird dir in den letzten Jahren der Begriff „Benjeshecke“ inzwischen sicher geläufig sein. Hermann Benjes war ein Landschaftsgärtner und Schriftsteller in Norddeutschland, welcher die schon alte Tradition des Errichtens von Totholzhecken in der freien Landschaft wieder neu propagierte und besonders auch für den Garten anregte.


Sarastro-Rundbrief Januar 2022

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Wir befinden uns noch im alten Jahr, ich sitze an meinem Schreibtisch und schreibe dir den ersten Brief für das neue Jahr. Dies beginnt immer mit dem Durchsuchen und Auswählen einiger passender Bilder von Stauden, welche ich dir gerne vorstellen möchte. Der Rundbrief soll ja auch in Zukunft seine Eigenheit behalten, indem ich mir den persönlichen Anspruch stelle, dir stets etwas Neues zu bieten, verbunden mit fachlichem Tiefgang, aber auch Unterhaltsamem. Es ist in etwa so, wie wenn du zu mir in die Gärtnerei kommst, suchst deine Wunschkandidaten an Stauden aus, entdeckst nebenbei noch einige andere dir unbekannte Schönheiten und am Schluss bekommst du von mir oder meinen Leuten zu hören, was es mit dieser und jener Pflanze so auf sich hat. Und so ganz nebenbei tratschen wir anschließend über Sinnloses oder gemeinsame Glücksmomente.


Sarastro-Rundbrief Dezember 2021

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Dies ist tatsächlich schon wieder der letzte Rundbrief, den ich dir dieses Jahr schreibe! Die Zeit rennt mir davon, wir befinden uns bereits im Advent, meine Stimmung hierzu möchte ich hier nicht beschreiben! Jedes Jahr arbeite ich mit meinen Damen länger und länger, da dies das Wetter zulässt. Solange kein Dauerfrost Einzug hält, können wir noch sehr viel erledigen, vermehren, topfen. Alles, was an Arbeit jetzt geschieht, sparen wir uns im stressreichen Frühjahr.


Sarastro-Rundbrief November 2021

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Diese Tage zieht eine Kaltfront über unser Land hinweg, unangenehm beim Arbeiten, aber für die Jahreszeit nichts Ungewöhnliches. In den höher gelegenen Regionen des Salzkammergutes fiel der erste Schnee. Aber es soll ja wieder etwas wärmer werden, was mir nur recht sein kann, denn ich bin im Begriff, ein kleines Megaprojekt anzugehen, vielleicht mein letztes, für uns doch großes Vorhaben!


Sarastro-Rundbrief Oktober 2021

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Heute schreibe ich dir wieder mal „von der anderen Seite des Teiches“ aus meinem neuen Büro in North Carolina. Jene Leser, die Sarastros Briefe schon länger bekommen, wissen ja nun, dass ich, Kata, die Tochter von Sarastro bin und seit 2016 in North Carolina lebe und dort arbeite. Als ich vor gut 6 Jahren hierherkam, wollte ich eigentlich nur ein fünfmonatiges Praktikum bei der renommierten Gärtnerei Plant Delights absolvieren, aber das Schicksal hatte wohl etwas anderes im Sinn. Nach meinem Praktikum arbeitete ich vier Jahre lang bei Hoffman Nursery, zunächst als Gardencoordinator und wenig später als Produktionsleiterin. Hoffman Nursery ist eine Großhandelsgärtnerei, welche Gräser-Jungpflanzen produziert, es war eine tolle und sehr lehrreiche Zeit für mich. Ich arbeitete mit einem fantastischen Team, fand diese ganze, für mich neue Technologie faszinierend und liebte insbesondere den Spirit des Teams.


Sarastro-Rundbrief September 2021

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Momentan ist es bei uns eher frühherbstlich, kühl und regnerisch, kein warmer Spätsommer! Wenn es in den letzten Wochen mal warm war, dann gleich über Gebühr schwül und teilweise unerträglich, bis ein Platzregen Erleichterung schuf. Man muss das Wetter nehmen, wie es kommt, zumal mir persönlich ein verregneter Sommer immer noch hundertfach lieber ist als ein Jahr mit Hitze wie 2003 oder eine Jahrhunderttrockenheit wie 2018. Aber vielleicht steht uns wenigstens noch ein trockener und warmer Herbst bevor!


Sarastro-Rundbrief August 2021

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Hoffentlich liegt dein Garten nicht in einer jener Hochwassergebiete, welche es so verheerend traf, jedenfalls täte es mir unendlich leid, wenn neben all den Sachschäden auch noch dein Garten zerstört wurde. Hier sind wir bis jetzt weitestgehend verschont geblieben, außer durch Starkregen, welcher sich zuletzt aber eher als harmlos erwies und keine zerstörenden Auswirkungen hatte.


Sarastro-Rundbrief Juli 2021

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Unser Versand geht bereits dem Ende entgegen. Die momentane Hitze trägt entscheidend dazu bei. Und die Tage hatten wir eines der schlimmsten Unwetter der vergangenen Jahre! Die meisten Nachbargemeinden hatten Starkregen, sowie schweren, zerstörenden Hagelschlag zu verzeichnen. Von Hagel waren wir hier im Mittleren Innviertel bisher weitgehend verschont geblieben, trotzdem ist mit der Klimaveränderung leider auch bei uns nichts mehr ausgeschlossen. Ringsherum rückten die Feuerwehren aus, um Keller auszupumpen, eingeschlagene Dächer notdürftig abzudecken und umgestürzte Bäume freizuschneiden, nur nicht die Feuerwehr unserer Gemeinde. Wir blieben glücklicherweise von all dem verschont, als wären wir so etwas wie eine Insel der Seligen, noch! Es hatte stark geregnet, aber in der Früh präsentierte sich unsere Gärtnerei taufrisch, als wäre nichts gewesen. Ich hörte erst später von diesen schrecklichen Unwettern über den Nachbargemeinden und der weiteren Umgebung. Es zeigte sich einmal mehr, wie unberechenbar und ruppig das Klima geworden ist. Und es kommt so was wie Dankbarkeit auf, wenn man verschont bleibt.


Sarastro-Rundbrief Juni 2021

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Langsam normalisiert sich das Leben wieder. Für jeden war es eine außergewöhnliche Zeit, in welcher Form und wie auch immer und für jeden anders. Wir jedenfalls waren mit Arbeit eingedeckt und konnten in unserem erfüllenden Beruf regelrecht aufgehen, wenngleich die Rahmenbedingungen um uns herum etwas anders aussahen und der Stress gleichmäßig stark war, für jeden von uns.


Sarastro-Rundbrief Mai 2021

Liebe Pamina, hallo Papageno!

Dieses Mal muss ich mich kurzfassen, denn jede Stunde zählt! Wir wurden von dir mit Aufträgen derart eingedeckt, dass uns Hören und Sehen verging. Und der Zustrom an Bestellungen, die über den Shop getätigt wurden, reißt nach wie vor nicht ab. Auch bei einigen Kollegen geht es ähnlich zu, teilweise sperren sie schon ihren Onlineshop, weil sie die Auftragsflut anscheinend nicht mehr bewältigen können. Doch noch ist es bei uns nicht so weit und eigentlich möchte ich es auch gar nicht so weit kommen lassen, denn ich bin nach wie vor der Meinung, dass Gärtner und Geduld viel miteinander gemeinsam haben und Warten zur Vorfreude zählt. Was nichts Anderes heißt, als dass in diesen Zeiten eben nicht mehr das Dogma gilt, wer heute bestellt, bekommt seine Ware wunschgemäß prompt in den darauffolgenden Tagen. Übrigens gehören auch in anderen Branchen Auslieferungsprobleme zum derzeitigen Alltag, aus den unterschiedlichsten Gründen.


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