Dienstag 11 Dezember 2018

Sammler, Jäger und Pioniere bringen Gartenkultur voran

von  Monika Zybon-Biermann

Fachjournalistin investiert Jahre an Arbeit und 6000 Kilometer Reise für ein Buch

Buch: Pflanzensammler und ihre LeidenschaftHelga Panten, Fachjournalistin für gärtnerische Themen und Staudenfreundin, entdeckte bereits bei den Bundesgartenschauen 1977 und 81, dass es in der grünen Branche neben cleveren Geschäftsleuten "Verrückte" gibt - Jäger und Sammler besonderer Schätze. Sie sind es, die neue Formen altbekannter Arten für Gärten verfügbar machen. Bäume, die anders wachsen, Blüten in nie gesehenen Farben. Um diese Pioniere kennenzulernen, investierte sie Jahre an Arbeit und reiste - unterstützt von ihrem Mann Peter Ruhnke - 6000 Kilometer durch die Republik. Dabei kam 2009 das Buch "Pflanzensammler und ihre Leidenschaften" heraus, in dem sie 34 engagierten Frauen und Männern ein Denkmal setzt. Das Buch und die Geschichte drumherum ist  erster Schritt zur Entstehung einer inzwischen bundesweit tätigen Organisation gewesen, dem "Netzwerk Pflanzensammlungen."                        .

 

Helga PantenLoki Schmidt schrieb das Vorwort zu dem selbst verlegten Werk, das neben Staudenzüchtern wie Päonienspezialist Heinz Klose oder Lilien-Experte Stefan Strasser (stellvertretender Präsident der GdS) auch Baumschuler wie Johann Diedrich zu Jeddeloh präsentiert. Einige der porträtierten Gärtnerinnen und Gärtner sind inzwischen verstorben (z. B. Jeddeloh und Klose); andere gaben aus wirtschaftlichen Gründen auf. Eine Pflanzensammlung zu unterhalten, kostet Zeit und Geld. Nicht allen gelingt es, wie Kräuter-Kenner Daniel Rühlemann oder Fuchsien-Königin Rosi Friedl, ihre Leidenschaft mit geschäftlichem Erfolg zu verbinden.

Das Paar Panten und Ruhnke verbindet neben dem Privaten auch der Beruf. Die beiden wohnen in Bonn, studierten Gartenbau und waren lange Jahre als Fachreferenten für den Zentralverband Gartenbau tätig. Sie erkannten frühzeitig den Wert von Pflanzensammlungen - sowohl in kultureller wie auch historischer und genetischer Sicht. Ihre Konsequenz: sie initiierten das bundesweite "Netzwerk Pflanzensammlungen", das sich inzwischen mit wachsendem Erfolg um die dauerhafte Unterbringung lebendiger Raritäten bemüht. Der Bestand einer Sammlung in privater Hand kann schnell in Gefahr geraten: krankheits- oder altersbedingt, aus wirtschaftlichen Gründen oder weil die Erben sich außerstande sehen, sie zu erhalten. Die beiden sind seit Ende 2009 nicht mehr aktiv im Netzwerk tätig, freuen sich aber, wie die Institution inzwischen gewachsen ist und sich etabliert hat. Die Zahl der Sammler, die sich registrieren lassen, steigt rapide.

Dass hinter jeder Sammlung ein besonderer Mensch steht, zeigte Helga Panten mit den Leseproben aus ihrem Buch. Was macht einen Sammler aus? Allgemeine Neugier und Entdeckerfreude, eine Prise Abenteuerlust und die Freude am Schönen und Besonderen. Was haben Sammler? Ein volles Leben, einen vollen Garten und viel Spaß dabei. Goethe hatte es auch schon bemerkt: "Sammler sind glückliche Menschen."

Helga Pantens Werk "Pflanzensammler und ihre Schätze" ist im Buchhandel zu bestellen (ISBN 978-3-88579-145-4).

(Bild rechts: Ruhnke)