Sonntag 27 Mai 2018

Kein Garten ohne was zu naschen

Allium schoenoprasum 'Forescate'Ein Garten sollte schön sein. Aber nichts als schön findet inzwischen manche(r) auch ganz schön langweilig. Wenigstens ein paar Gewürze und etwas Naschobst auf eigener Scholle unterzubringen, halten zunehmend vor allem Jüngere für eine gute Idee. Selbst wenn man weder Zeit noch Platz für einen klassischen Gemüsegarten hat, lässt sich manches anpflanzen, das nicht nur hübsch aussieht, sondern auch genauso wenig arbeitsaufwändig ist wie ein ausschließlich zu Zierzwecken angelegtes Staudenbeet.

Ein Beispiel dafür ist die Schnittlauchsorte ‘Forescate’ rechts.

VEN lädt zur Regionalgruppe Östliches Ruhrgebiet ein

Eine Auswahl

Tomaten oder Sellerie, die erkennt fast jeder – aber wer oder was ist Guter Heinrich?

Man stelle sich vor: Tomaten, die so schmecken, wie es ihr zweiter Name Paradeiser (Paradiesapfel) verspricht, Grünkohl, der in Palmenform oder mit roten Blättern winterliche Gartenbeete schmückt, bevor er in den Eintopf wandert, Bohnen, die kunterbunte Kerne verstecken. So etwas im Supermarkt zu finden, wird schwierig, wenn nicht unmöglich. Was vorab beschrieben wurde, sind alte Gemüsesorten. Die sind höchstens noch in Hausgärten zu entdecken. Einige von ihnen konnte man jetzt beim Pflanzentausch im NaWit-Naturgarten in Witten kennenlernen. Renate Zinke und Elvira Neuendank vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) haben sich vorgenommen, eine Regionalgruppe im östlichen Ruhrgebiet zu gründen. Beide präsentierten die Organisation und ihre Ziele an einem Infostand.

Giftiges Scharbockskraut gegen Skorbut

ScharbockskrautFrostige Nächte, trübes, nasskaltes Winterwetter sind für diesen Pflanzen-Winzling kein Hindernis. Ab Februar ist er in naturnahen Gärten nicht mehr zu ignorieren. Und wo er einmal Fuß gefasst hat, breitet er sich auf ganzer Fläche aus: Ficaria verna, früher bekannt als Ranunculus ficaria, schiebt einen dichten grünen Teppich aus rundlichen, glänzenden Blättchen aus dem Boden. Das nebenstehende Bild zeigt im Februar frisch geerntetes Blattwerk auf einem Teller. Ein paar Wochen später öffnet das Scharbockskraut, so sein deutscher Name, seine leuchtend gelben Sternblüten. Selbst unter großen Laubbäumen erscheint die Erde fröhlich geblümt. Kurze Zeit später ist der Spuk vorbei.