Dienstag 11 Dezember 2018

Jim Almond bewies: Alpine gibt's für jeden Garten

Was ist zu tun, damit Pflanzen des Hochgebirges in Gärten des Flachlandes gedeihen? Ein britischer Spezialist für dieses Thema, Jim Almond (im Bild links), versprach 2014 in seinem Vortrag „Alpine für jeden Garten“ bei den Dortmunder Staudenfreunden das Rezept dazu. Almond ist nicht nur Mitglied der Rockgarden-Society (Steingarten-Gesellschaft), sondern gemeinsam mit Kew Gardens auch Hüter der Nationalen Sammlung von Juno-Iris.

Alpine Pflanzen im Flachland zu kultivieren, scheint vielen Gartenliebhabern eine schwierige Aufgabe zu sein. Immerhin sind die klimatischen Bedingungen im Mittelgebirge oder leicht hügeligen Land nicht mit den Konditionen in Höhen über 1000 Meter vergleichbar..
Was zeichnet die als heikel eingestuften Gewächse der Berge aus? Sie ertragen starke Strahlung, nährstoffarme Böden und meterdicke Schneedecken im langen Winter. Letztere schützen allerdings  vor zu viel Frost, sodass manche Arten hierzulande bei Kahlfrost an ihre Grenzen stoßen. Und: es gibt im Gebirge auch Schattenlagen – an den Nordhängen beispielsweise – sodass manche Arten im lichten Schatten bzw. Halbschatten zurechtkommen. Pflanzen am Naturstandort führten in das Thema ein. Almond zeigte drei Beispiele mit unterschiedlichen Ansprüchen – den Frühlings-Enzian Gentiana verna, die Frühlings-Küchenschelle Pulsatilla vernalis und den Gletscher-Hahnenfuß Ranunculus glacialis.

Qualitätszucht braucht länger, kostet mehr

Andreas KirschenlohrAndreas Kirschenlohr liebt besondere Stauden und die Abwechslung. Also ist er ständig auf der Jagd nach Neuheiten. Die gefallen ihm vor allem, wenn sie nicht nur besonders schön, sondern auch robust und von unverwüstlicher Gesundheit sind. Für so viel Vollkommenheit greift der Junior der renommierten Staudengärtnerei Kirschenlohr in Speyer gern mal tiefer ins Portemonnaie. Was dem Seniorchef,seinem Vater, der die ökonomischen Grundlagen im Auge behalte, gelegentlich Sorgen bereite, gestand der junge Gärtnermeister während seines Vortrags über "Begeisternde Staudenneuheiten."

Staudengärtner Till Hofmann gibt Tipps zur Pflanzenwahl

Günsel

Gärtnern nach ökologischen Gesichtspunkten ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern spart Geld und Arbeitszeit: Diesen Grundsatz verdeutlichte Staudengärtner Till Hofmann in seinem Referat über Pflanzen für Extrem-Standorte. Als hauptberuflicher Mitarbeiter des berühmten Schau- und Sichtungsgartens Herrmannshof in Weinheim beschäftigte er sich täglich mit Lebensbereichen, in denen Pflanzenwachstum durch Stress eingeschränkt wird. Immerhin hat die renommierte Einrichtung unter Leitung von Cassian Schmidt sich durch die Entwicklung von Pflanzkonzepten für naturnahe, dauerhafte und pflegeleichte Staudenflächen einen Namen gemacht. Das Bild zeigt übrigens Günsel, der schattige Plätze mit leicht feuchtem Boden mag.

 

Christina und Dr. Tomas Tamberg wurden als Züchter berühmt

Beide sind ein Paar im Leben wie in ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung: Das in Fachkreisen der Iris- und Hemerocallisliebhaber - auch im Ausland - bekannte Züchterehepaar Dr. Tomas und Christina Tamberg aus Berlin war gleich zweimal bei den Dortmunder Staudenfreunden (GdS) zu Gast. Einmal, um etwas über ihr gemeinsames Fachgebiet Iris und Taglilien zu berichten, ein anderes mal anläßlich der GdS-Jahrestagung in der Westfalenmetropole.

Viel Prominenz der grünen Branche war schon bei den Staudenfreunden in Dortmund zu Gast. Einer, der ein eigenes Kapitel in der Geschichte der deutschen Gartenkultur des 20. Jahrhunderts geschrieben hat, ist Dr. Hans Simon. Er starb Ende Oktober 2016 im Alter von 90 Jahren. Fünf Jahre zuvor besuchte er die Westfalenmetropole. Die Vortragssaison 2011/2012 begann daher mit einem Paukenschlag: Der damals 85jährige Dr. Simon hatte zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer in das schulbiologische Zentrum des Botanischen Gartens gelockt. Der Seniorchef des eigenen Unternehmens, der Sortiments- und Versuchsgärtnerei in Marktheidenfeld strafte alle Vorurteile gegenüber Hochbetagten Lügen und überwältigte mit seiner Fülle an Wissen und ungebrochener Energie.

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