Dienstag 11 Dezember 2018

Reise über den Äquator

von  Michael Stork

Pflanzen von der Südhalbkugel landen in unseren Gärten

Foto Sven NürnbergerSven Nürnberger bereiste 2007 die Falkland Inseln, ein Archipel von ca. 700 kleineren und zwei Hauptinseln. In Begleitung von Ursula McHardy, bei der er gelernt und die im Palmengarten in Frankfurt ein Alpinum angelegt hatte, erforschten die beiden die Flora an ihren Standorten, immer auf der Suche nach Pflanzen, die auch in unseren Gärten gedeihen könnten. Von dort und von anderen Reisen brachte er auch Bilder mit, die uns einen Einblick in diese ferne Welt vermittelt haben.

 

 

Dierama testaceaVon den Pflanzen, die er uns vorstellte, haben einige die Ansprüche ihres Naturstandortes beibehalten: Sie möchten bei uns Schutz vor strenger winterlicher Kälte und häufig einen durchlässigen Boden ohne Staunässe.

Ein Beispiel für eine Pflanze, die es mal in unserem Garten versuchen sollte:
 
Dierama, deutscher Name Trichterschwertel, ein Irisgewächs. D. pulcherrimum, D. reynoldsii, D. pendulum sind schon mal als Staude erhältlich, auf jeden Fall aber als Samen auf dem Markt.

In Südafrika heimisch brauchen sie schon Winterschutz, belohnen die Pflege aber  mit außergewöhnlichen  Blüten, sowohl in Farbe als auch Wuchsgestalt (engl. Name: Angel’s Fishing Rod)
                            
Dierama 'Tiny Bells'

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit nur 30 cm Wuchshöhe eignet sich D. ‚Tiny Bells‘ für den Vordergrund oder das  Steingartenbeet. Blütezeit im Sommer bis Spätsommer (als Erinnerung an die heimatliche Regenzeit).

 

Die Stachelnüsschen (Acaena), häufig als Bodendecker bekannt und verwendet, stammen vorwiegend ebenfalls von der südlichen Halbkugel. Vorgestellt hat Sven Nürnberger hier einige Arten aus Neuseeland: A. saccaticupula mit metallisch silbrigem Laub. ‚Neuseeländische Klette‘ heißt sie dort, weil die stacheligen Früchte u.a. durch Schafe verbreitet werden. Neben A. juvenca (endemisch), A. microphylla (ohne jeden Winterschutz) empfahl er A. inermis ‚Purpurea‘, ein starker Wachser ohne Stacheln, der in Verbindung mit Lobelia pedunculata, einem  Dauerblüher aus  Australien, im dauerfeuchten Bereich regelrechte Teppiche bildet.

Carex testacea

Carex als Staude des Jahres sehen wir hier im Palmengarten als Carex  testacea (Orangefarbene Neuseelandsegge). Als ebenfalls außergewöhnliches Gras mit bronzener Färbung und weit überhängenden Halmen fehlt auf diesem Bild nur noch Carex flagellifera, die Peitschentragende Segge. Sven Nürnberger hat sie an anderer Stelle gepflanzt.

Diese und weitere Seggen als Stauden des Jahres werden aber im Loki Schmidt Garten des Botanischen Gartens Dortmund  zu sehen sein.

 

Fotos: Sven Nürnberger
Nürnberger-Porträt: Michael Stork