Sunday, February 23, 2020

Ohne frühe Prachtblüten litten Hummeln bei kühlem Wetter Hunger

Michael Stork - ehemaliger Leiter der Schulbiologie

Sie sind oft immergrün, blühen je nach Sorte – davon gibt es laut Schätzung ca. 30.000 – vom zeitigen bis zum späten Frühjahr und leiden als exotische Schönheiten immer noch unter Vorurteilen: Was es mit Rhododendren wirklich auf sich hat, machte der frühere Leiter des Dortmunder Schulbiologischen Zentrums, GdS-Mitglied Michael Stork, (Foto links: privat) in seinem Vortrag „Rhododendron und Hummeln“ deutlich.

Rhododendron im  Rombergpark:

(aus Sicht der Hummeln)

Hummel bei der PollenernteZur Bundesgartenschau 1959 und als "Überbleibsel" der Hallengartenschauen in den folgenden Jahren wurden im Botanischen Garten Rombergpark Tausende von Rhododendren und Azaleen gepflanzt. Viele dieser Sträucher sind im Laufe der Zeit zu stattlichen Exemplaren herangewachsen. Vor allem im Rhododendronwald unter hohen Eichen und Hainbuchen blühen die Büsche zurzeit in voller Pracht zur Freude vieler Besucher. Auch bei noch so großer Begeisterung über den Anblick der riesigen Rhododendren: "Erfunden" haben diese Sträucher ihre großen Blüten und leuchtenden Blütenfarben nicht für uns Menschen sondern für blütenbesuchende Insekten, die hierdurch angelockt werden sollen.

Das Bild zeigt einen der sympathischen Sechsbeiner, die im Frühjahr vom opulenten Nahrungsangebot der Ziersträucher profitieren. Die Hummeln packen die Staubgefäße mit den Beinen und pressen durch hörbare Vibrationsstöße mit ihrer Flügelmuskulatur den wertvollen Pollen (Hummelbrot) heraus.

Prof. Bouillon plädiert für friedliche Koexistenz

Prof. BouillonHand aufs Herz: Haben Sie Giersch im Garten? Wirklich nicht? Dann sind Sie ein Glückspilz. Dass die meisten mit Aegopodium podagraria ihre Probleme haben, bewiesen die vielen Besucher, die sich zum Vortrag von Prof. Dr. Jürgen M. Bouillon (Bild rechts) im Botanischen Garten Rombergpark einfanden. "Freuen statt verzweifeln" ist die Devise, mit der sich der Dozent der Fachhochschule Osnabrück der Herausforderung stellt, selbst bei starkem Gierschbestand noch anspruchsvolle Staudengärten zu gestalten, - und das, ohne zur chemischen Keule greifen zu müssen.

Der Name der Pflanze kann morgen ein anderer sein

BrombeerenDer Name der Pflanze: er hat lateinische, griechische oder neuerdings manchmal englische Wurzeln. Geht es um die botanische Nomenklatur, so Biogeograph Dr. Götz H. Loos, wird man sich zunächst an Bekanntes erinnern (falls das Schulwissen nicht in Vergessenheit geraten sein sollte). Doch es gibt keinen Zweifel. Viel Altvertrautes muss über Bord geworfen werden. Der Wissenschaftler der Ruhr-Uni ( Bild) macht deutlich: Wenn es um die Zuordnung von Pflanzen geht, sind heute Überraschungen an der Tagesordnung.

Was man früher für selbstverständlich hielt, nämlich dass alle Blütenpflanzen sich geschlechtlich vermehren, stimmt gar nicht immer. Die Gattung Rubus, zu der Brombeeren (Bild) und Himbeeren gehören, bilden Früchte aus Körperzellen.

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