Sonntag 23 Juli 2017

An der Ruhr sollen Gärten über der Stadt die Regel werden

LerchenspornDer City droht der Hitze-Kollaps, die Luft ist zum Schneiden dick und die Kanalisation schafft es nach Unwettern kaum noch, die Wassermassen aufzunehmen. Die Politik ist sich einig: es muss etwas geschehen, damit die Stadt lebenswert bleibt. Wichtiges Rezept: Mehr Grün muss her, das die Luft verbessert, Temperatur reguliert und Regenwasser aufnimmt. Zusätzlicher Platz bietet sich auf den Flachdächern von Bürohäusern und Großwohnanlagen, auf Garagen und Supermärkten. In der dicht besiedelten Metropolregion an der Ruhr will man sich jetzt gemeinsam den Folgen der Verstädterung und dem Klimawandel entgegen stellen.

Der Giersch-Invasion kann man auch nette Seiten abgewinnen

StaudengierschDas Frühjahr geht seinem Ende zu, die Blütensaison in Natur und Garten strebt ihrem zweiten Höhepunkt entgegen: Die Zeit der Rosen beginnt. Gleichzeitig erscheint neben so mancher Königin überraschend ein Begleiter, der aussieht, als habe ihn eine Floristin extra dort platziert. Zierlich und weiß sind die Blütendolden über gefiederten, tiefgrünen Blättern, ein dekorativer Kontrast zur rundlichen, üppigen Rosa. Doch der Anblick ruft kaum Begeisterung hervor, eher einen Schreckensschrei. Warum? Die Begleitung ist nicht nur ungeplant, sondern komplett unerwünscht. Die unschuldig weißen Dolden gehören zu einem gefürchteten Eindringling namens Giersch.

Gärten unter widrigen Umständen zu erhalten, erfordert Humor und Zähigkeit

GünselIst es immer wahr, dass der Garten die Persönlichkeit des Besitzers widerspiegelt? Es ist auch möglich, dass natürliche Verhältnisse das Gestalten diktieren. Wenn das Gelände zumeist im Schatten eines Düsterwaldes liegt, dessen gewaltige Wipfel der Sonne nach Süden und Westen den Weg abschneiden, was dann? Ein Schattengärtchen mit Stauden? Illusorisch – die Herrscher in Baumgestalt sind Acer pseudoplatanus, der Bergahorn und Fraxinus excelsior, die gewöhnliche Esche, zwei Forstpioniere mit dem Ausbreitungsdrang einer Okkupations-Armee. Den beweisen sie alljährlich mit einer Samen-Überproduktion. Konsequenz aller Umstände einschließlich des unentwegten Bäume-Ausreißens: Hier überleben nur die Stärksten, die Wuchernden mit Bodendecker-Qualität, die fleißigen Saatgut-Produzenten, die fest verwurzelten Langlebigen, die selbst Giersch & Co in ihre Schranken weisen.

Rombergpark-Chef zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft

Dr. KnopfDortmund, größte Stadt des Ruhrgebiets, Heimat des größten deutschen Fußballstadions, hat auch grüne Superlative zu bieten: mit dem das Deutsche Rosarium beherbergenden, 70 Hektar umfassenden Westfalenpark einen der größten innerstädtischen Parks und den viertgrößten Botanischen Garten der Welt, den Rombergpark (BGR). Er ist als bedeutendes Arboretum weltweit bei Dendrologen (Gehölzkundlern) bekannt und wurde in den „Gartenansichten“ bereits mehrfach vorgestellt. Dr. Patrick Knopf, (Foto) Herr über 65 Hektar, gab den Staudenfreunden im Bildungsforum einen Überblick über Geschichte, Besonderheiten und Zukunft der Einrichtung.

AronstabblaetterKaum steigen die Temperaturen deutlich über Null, ist der Winterschlaf  im Garten vorbei. Nicht nur die Vögel gebärden sich hyperaktiv, streiten sich um Reviere und Nistmaterial, auch die Marienkäfer kommen aus allen Ritzen und stürzen sich nach draußen. Der sonnige Vormittag am Sonntag, 5. März, lockt ins Freie – Jogger, Hundebesitzer und GärterInnen.

Beispiel Ludwigshafen: Phantasie und Knowhow ermöglichen Metamorphose

Harald SauerTraumgärten, die man kostenlos jederzeit in der eigenen Stadt besuchen kann? So etwas gibt es in Ludwigshafen. Vor allem einem Mann, dem Chefgärtner der 165.000-Einwohner-Gemeinde am Rhein, ist das dortige Blühwunder zu verdanken: Harald Sauer, verantwortlich für das Grün in Ebertpark und Hauptfriedhof. Er berichtete jetzt auf Einladung der Dortmunder Gesellschaft der Staudenfreunde (GdS) im Bildungsforum Schule, Natur und Umwelt des Botanischen Gartens Rombergpark zum Thema „Die erstaunliche Verwandlung öffentlicher Parks in Ludwigshafen durch unkonventionelle Stauden-, Gehölz- und Wechselflorpflanzungen.“

Emscher-Projekt Hochwasserrückhaltebecken aus botanischer Sicht

Bei schönem Wetter gehts zum Mengeder MeerWas passiert, wenn man einen zum Abwasserkanal degradierten Fluss säubert und befreit? Die  Emscher, bisher die ungeliebte „Köttelbecke“ des Ruhrgebiets, erhält ihre natürliche Gestalt zurück. Im Dortmunder Nordwesten, auf dem Gebiet von Dortmund-Mengede und Castrop-Rauxel, entsteht  eine Auenlandschaft. Das in Jahren aufwändiger Arbeit geschaffene Landschafts-Relief mit dem umständlich klingenden Namen „Hochwasserrückhaltebecken“ wurde 2016 bereits zunehmend von der Natur und den Menschen vereinnahmt. Davon überzeugten sich Mitglieder der Botanik AG Ruhrgebiet-Ost (Bild links) bei einer Exkursion durch das Gelände.

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