Dienstag 12 Dezember 2017

Hexenbesen: Verwandlung der Bäume

Dortmunderin veröffentlicht 2. Band über botanisches Phänomen

TitelseiteWer Hexenbesen im Garten hat, will damit nicht Quidditch spielen. Der mittelalterliche Name beschreibt ein botanisches Phänomen, die „Knospenmutation“. Das sind auffallend anders aussehende Zweig-“Büsche“ auf Bäumen oder Sträuchern. Daraus gewinnen Baumschulgärtner das Rohmaterial für Gehölze in Zwerg-, Kugel- oder Säulenform, ideal für kleine Gärten, Straßen und Plätze. Die Dortmunder Autorin Monika Zybon-Biermann präsentiert in ihrem Buch „Neue Bäume für die Stadt“ Laubbäume und Ginkgos in ungewöhnlicher Gestalt.                .

 

 

Der Untertitel „Hexenbesen und andere Mutationen“ erklärt, was neu ist an den vorgestellten Buchen, Eichen oder Linden. Die kleinsten passen ohne Schnitt dauerhaft in einen Topf, was ihnen zu dem Spitznamen „Naturbonsais“ verhalf. Andere haben das Format für eine pflegeleichte und sturmfeste Allee. Die lückenhaften wissenschaftlichen Erkenntnisse und Beobachtungen zu der seltsamen Erscheinung seit dem 19. Jahrhundert bis heute werden in der Einführung zusammengefasst.

Cover HexenbesenWie die Jäger und Sammler der besonderen Bäume an ihre Schätze gelangten, hat die Journalistin in Reportagen und Interviews erfahren. Die Fundstücke haben darüber hinaus zum Teil ihre eigene Entdeckungsgeschichte – für ein Sachbuch über Pflanzen eine ungewöhnliche Herangehensweise. Aus dem Rahmen fällt auch die Bebilderung mit Illustrationen neben den Fotos.

Die gezeichneten oder in anderen grafischen Techniken entstandenen Illustrationen gehörten bereits zu dem Ende 2011 im Selbstverlag erschienenen 1. Band „Hexenbesen und andere Zwerge“. Darin wurden vor allem kleine Koniferen besprochen.

Das selbst bei Fachleuten kaum bekannte Thema ist eine Quelle für Geschichten – über Menschen, die sich auf die Jagd nach den mutierten Zweigen begeben. Dabei riskieren sie beim Klettern in die Wipfel Kopf und Kragen, erleben Abenteuer bei  Reisen ans Ende der Welt, Enttäuschungen und Rückschläge bei der Kultivierung. Notfalls schießen die „Planthunter“ sogar auf Bäume, wenn Klettern zu gefährlich ist, Leiter oder Hubwagen fehlen.

In der Mengeder Buchhandlung „Am Amtshaus“, wo beide Bücher erhältlich sind, sind sie derzeit neben Originalzeichnungen aus dem neuen Band im Schaufenster anzusehen.

BauernjasminPlanthunter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Monika Zybon-Biermann: „Neue Bäume für die Stadt“, Books on Demand, Norderstedt, 144 Seiten, 91 Abbildungen,
ISBN 9783744893459, 39,99 €
E-Book ISBN 9783744847162, 19,99 €

„Hexenbesen und andere Zwerge“, 2011, 168 Seiten, 97 farbige Illustrationen und Fotos, 29,50 €, Restexemplare bei der Autorin, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und bei shop.florando.de

Ein Ginkgozwerg

Der Ginkgo-Hexenbesen ‘Mariken’ hier im Bild ist 30 Jahre alt. Er wurde nie geschnitten; der Kronendurchmesser beträgt zwei Meter. Auf dem Foto zeigt er sich in Herbstfärbung.

Exochorda racemosa 'Niagara'