Dienstag 17 September 2019

Geheime Gärten und andere Sehnsuchtsorte

Hinter der eigenen Gartenhecke liegt das Paradies.Trotzdem tun wahre Liebhaber nichts lieber, als einen Blick in andere Gärten zu werfen. Darum gehen sie, wenn möglich, in der Sommersaison alljährlich auf Reisen. Dazu braucht es kein weit entferntes Ziel, kein luxuriöses Ambiente, keine weltberühmten Adressen. Ein Tagesausflug kann bereits unvergessliche Erlebnisse schenken.

 Die gesuchten Beispiele  finden sich auch in der Nähe. Manchmal sind es wahre Sehnsuchtsorte, überwältigende Privatgärten, sonst ganz geheim, die ihre Pforten öffnen. Öffentliche Parks und Anlagen, deren Gestaltung sie berühmt macht, sind oft nicht weit entfernt.

Gärtnereiadressen, wo die Verführung in Form der schönsten Pflanzen lockt und  Märkte an Orten in der Nähe können zur Offenbarung werden und bringen Inspiration: War es nicht genau das, was ich immer schon wollte? Dabei ist nicht zu vergessen: Kreative Ideen finden sich auch im Kleingarten. Spaziergänge durch die Anlagen in der eigenen Gemeinde sind immer möglich.

Das Staudenbeet erhielt Besuch

BeetfuehrungenEine Gruppe von StaudenfreundInnen aus Braunschweig unternahm in der letzten Juliwoche eine mehrtägige Gartenreise, die sie über Gärten in Niedersachsen und Staudengärtnereien auch jenseits der niederländischen Grenze schließlich in den Botanischen Garten nach Dortmund führte.

Auch private Ausflüge zu Nachbarn im Westen lohnen sich

SichtachseIn Europa gibt es Gegenden, wo sich besonders viele wunderbare Gärten entdecken lassen. Das ist fast so wie bei einer Grippeepidemie: Der hochansteckende Gartenvirus ergreift einige, um sich dann in der näheren und weiteren Umgebung zu verbreiten. Das flandrische Limburg gehört zu diesen Regionen. Kein Wunder, dass der Landstrich beliebtes Gartenreiseziel ist. Einige Besucher sind so begeistert von dem eigenen Stil und den Talenten der grünen Gestalter im Westen Belgiens, dass sie sich immer wieder auf den Weg dorthin machen. Einer dieser Fans ist der Dortmunder Staudenfreund Gerhard Golak, der jetzt mit Bekannten einen Tagesausflug dorthin unternahm.

Bitte einzutreten – dazu scheint das Bild links aufzufordern. In der Tat fand die hier beschriebene Reise während der Tage der offenen Gartenpforte in der Region statt.

Anja Birne nahm Dortmunder mit in die Cotswolds

CotswoldsRomantische Dörfer, sattgrüne Hügel, mildes Klima, Bilderbuch-Landschaften: das Vereinigte Königreich bleibt – jenseits vom Brexit-Drama – schon wegen seiner natürlichen Voraussetzungen Mekka der Gartenliebhaber, auch der Dortmunder. Kein Wunder, dass Rosen- und Staudenfreunde der Westfalenmetropole als Abschluss des Vortragsjahres 2018 einen Lichtbildervortrag über eine der schönsten Regionen Englands genossen. Die Staudengärtnerin und Gartenjournalistin Anja Birne aus Ostwestfalen nahm ihre Zuhörer mit auf eine Reise ins Herz von England, die Cotswolds.

Deutsch-Niederländisch: Grüne Paradiese am Niederrhein

 Erster Eindruck


Der „Tuin Verheggen“ präsentiert sich auf klassische Weise:
Gartenzimmer, Rasenwege, Insel- und Randbeete
– und immer noch: Buchs!


Vom Ruhrgebiet zum Niederrhein und von dort aus über die Grenze in die Niederlande – das bedeutet eine überschaubare Fahrstrecke. Ideales Ziel also für einen Tagesausflug mit der Gesellschaft der Staudenfreunde (GdS). So machten sich  am Samstag, 15. September, morgens im Rombergpark die in und rund um Dortmund wohnenden Gartenliebhaber auf den Weg, sammelten in Essen die übrigen Teilnehmer ein, um dann die Fahrt nach Westen fortzusetzen. Vier Gärten standen auf dem Programm. Gartenreiseprofis wissen: wer so viel vorhat, braucht Kondition, selbst wenn an den Zielorten keine Gebirge zu erklimmen sind.

5. Gartenflair im Park von Haus Bodelschwingh nach Dürreperiode

 Erster Eindruck


Auf dem Weg vom alten „Dorf“ Bodelschwingh mit der kleinen gotischen Kirche und den zahlreichen Fachwerkhäusern geht man durch den  öffentlichen Teil des Schlossparks.

Den Engländern sagt man nach, dass sie viel vom Wetter reden, nicht nur, weil es im Vereinigten Königreich oft regnet, sondern weil sie obendrein das Gärtnern lieben. 2018 ist in Dortmund das Wetter ebenfalls ein Thema, aber deswegen, weil es nicht geregnet hat. Kein Wunder, dass auch die Bodelschwingher Schlossherrin Mireta Freifrau zu Knyphausen bei der Eröffnung der fünften Gartenflair-Messe die heißen, trockenen Sommermonate zu einem Thema ihrer Begrüßung machte: braunes Gras, Bäume mit vertrockneten Blättern, Rosen zu schlapp für die Blüte – sogar den Fischen im Schloßteich sei die Luft knapp geworden. Die Schauer der letzten Tage brachten Rettung: der Park im Nordwesten der Stadt zeigt sich an diesem Wochenende (zumeist) wieder frisch begrünt.

Traditionsveranstaltung vor besonderer Kulisse

Kunstwelt

Kühles Regenwetter am Samstag dämpfte das Vergnügen, Sonne und angenehme Temperaturen am Sonntag bügelten alles wieder aus –  wen wundert‘s also: Das 21. Heidefest lockte am letzten August-Wochenende 2018 wieder Massen von Besuchern in den Rombergpark. Man ließ sich Würstchen und Kuchen schmecken; nur die Wespen störten gelegentlich.  Das Heidefest heißt so, weil es vor der Kulisse der künstlichen Heide-Moor-Landschaft stattfindet, mit 7000 Quadratmetern die größte dieser Art in Europa.

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