Montag 21 Januar 2019

Bilderreise ins Paradies der Gärtner

von  Heidrun Henning

Anja Birne nahm Dortmunder mit in die Cotswolds

CotswoldsRomantische Dörfer, sattgrüne Hügel, mildes Klima, Bilderbuch-Landschaften: das Vereinigte Königreich bleibt – jenseits vom Brexit-Drama – schon wegen seiner natürlichen Voraussetzungen Mekka der Gartenliebhaber, auch der Dortmunder. Kein Wunder, dass Rosen- und Staudenfreunde der Westfalenmetropole als Abschluss des Vortragsjahres 2018 einen Lichtbildervortrag über eine der schönsten Regionen Englands genossen. Die Staudengärtnerin und Gartenjournalistin Anja Birne aus Ostwestfalen nahm ihre Zuhörer mit auf eine Reise ins Herz von England, die Cotswolds.

Die sanft gewellte Landschaft („Cotswold Hills“) liegt im Dreieck Bristol – Oxford – Birmingham etwa zwei Stunden nordwestlich von London und ist als „Region außerordentlicher natürlicher Schönheit“ beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel für die Londoner. Sanft gewellte Hügel mit Schafherden auf weiten Weiden, Solitärbäume und eine einheitliche Architektur prägen das Bild dieser Landschaft, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Siehe das unten stehende Bild (Wikipedia, Tal südlich von Crickley Hill Country Park jpg: Nilfanion)

Valley south of Crickley Hill Country Park

Berühmte Adressen und noch mehr Tipps

Die Referentin reist seit 1994 mindestens einmal im Jahr nach England und begleitet auch regelmäßig Reisegruppen dorthin. Demzufolge stellte sie in ihrem Vortrag nicht nur eine Reihe sehenswerter Gärten vor, sondern gab darüber hinaus auch noch Tipps zu weiteren Zielen, möglichen Unterkünften und Aktivitäten. Um die Staudenvielfalt und auch die Kombination der Stauden mit öfter blühenden Rosen zu erleben, sind die Monate Juli bis September eine gute Reisezeit. Da sowohl die Gärten als auch die Geschäfte bereits um 17 Uhr schließen, kann man die weiteren Stunden des Tages dazu nutzen, kleine Orte wie z. B. Theescombe anzuschauen oder zu wandern.

Auf den Friedhöfen ist die Eibe eine Symbolpflanze. Auch die kleinen Kirchen sind als Orte mit besonderer Energie lohnenswerte Ziele. Dort kann man oft von Frauen der Gemeinde gestickte Kissen bewundern. In diesem Zusammenhang wies Anja Birne darauf hin, dass das Ehrenamt in England einen hohen Stellenwert besitzt. Für den Lebenslauf ist es unerlässlich, sich als Volunteer (Freiwilliger) – z.B. in den Gärten des National Trust – zu engagieren.

Eiben

Wenn man über einen Besuch in englischen Gärten nachdenkt, sollte man wissen, dass die Pubs (Public House = Stammkneipe) nicht nur hervorragende lokale Biere anbieten, sondern auch oftmals zwei bis drei Zimmer an Urlaubsgäste vermieten. Der große Vorteil bei einer solchen Unterkunft ist die gute Erreichbarkeit der Gärten. Der kleine Ort Ebrington wäre z. B. eine Übernachtung in einem Pub wert. Nebenbei bemerkt soll sich die englische Kochkunst sehr verbessert haben. Neben dem unvermeidlichen Gin Tonic gibt es inzwischen nicht nur schmackhafte Gemüsegerichte, sondern sogar einen eigenen Weinanbau.

Schon der Weg ist Ziel, z. B. zu Beth Chatto

Nun aber zu den Garten- und weiteren Ausflugszielen im Einzelnen:

Die Cotswolds sind über den an der englischen Ostküste gelegenen Hafen Harwich von Holland aus gut mit der Nachtfähre zu erreichen. Da die englischen Gärten erst um 10 Uhr öffnen, bietet es sich an, die Zeit davor für einen Besuch des etwa 20 Minuten von Harwich entfernten Ortes Frinton-on-Sea zu verwenden und das Frühstück statt auf der Fähre dort am Strand einzunehmen.

Auf dem Weg zu den Cotswolds empfiehlt es sich, eine Zwischenstation in den Beth Chatto Gardens in Elmstead einzulegen. Beth Chatto war eine der wichtigsten Gartenikonen des 20. Jahrhunderts; sie stellte die ästhetische Kombination von Pflanzen in den Mittelpunkt ihres Schaffens; sowohl Strukturen als auch Farben bildeten das Rückgrat ihrer durchkonzipierten Gartengestaltung. Standortgerechtes Gärtnern war für sie selbstverständlich. So inspirierte sie auch die Gräfin von Zeppelin aus Sulzburg im Markgräflerland. Der Standort der Beth Chatto Gardens in Essex ist windexponiert und muss mit wenig Regen auskommen. Gleichwohl gibt es eine feuchte Senke mit Lehm im Untergrund, die Beth Chatto in einen Wassergarten verwandelt hat. Kulissen aus Eichen rahmen Inselbeete mit Stauden ein.

Beth Chatto ist erst im mittleren Lebensalter gartenaktiv geworden, war dann aber noch mit über 90 Jahren mit Rollator in ihren Gärten unterwegs. Sie ist im Mai 2018 kurz vor ihrem 95. Geburtstag gestorben. Schon im darauffolgenden August fand an der University of Essex ein zweitägiges Beth Chatto-Symposium statt, in dem es um ökologisches Gärtnern im 21. Jahrhundert ging.

Picknick, bequeme Schuhe - der Garten gehört dir

Die Rousham Gardens in Rousham, Bicester waren der erste Garten in den Cotswolds, den die Referentin näher vorstellte. Die Eigentümerfamilie Cottrell-Dormer lädt die Gartenenthusiasten mit folgendem Spruch ein: „Bring a picnic, wear comfortable shoes and it‘s yours for the day“. Die Rousham Gardens werden im Nordosten durch den Fluss Cherwell begrenzt, so dass sich vom Garten eine lange Blickachse zum Fluss ergibt. Hier findet sich auch eines der berühmten Ha-Has. Dieses Gestaltungsmittel der Gartenkunst überrascht den Betrachter, der erst aus der Nähe erkennt, dass er einen deutlich unter dem Geländeniveau liegenden tiefen Graben mit steilen Böschungen vor sich hat. Dem Idealtyp des englischen Landschaftsgartens entsprechend wird hier die Kulturlandschaft als geborgte Landschaft in den Garten miteinbezogen. Wolken und seltene Nutztierrassen sollen Bewegung in den Garten bringen. Hier zitierte Anja Birne den englischen Schriftsteller und Künstler Horace Walpole: „William Kent sprang über den Zaun und sah, dass die Natur ein Garten war“.

William Kent war ein englischer Landschaftsmaler, Gartengestalter und Architekt des 18. Jahrhunderts; er gilt als Wegbereiter des Englischen Landschaftsgartens. Auch die für diesen Gartentyp charakteristische Ruine gibt es in den Rousham Gardens; auch sie fungiert als Blickachse. Neben hellen Arealen existieren dunkle Gartenbereiche wie das Tal der Venus; ein dunkles Tal aus immergrünen Eiben führt zu einer Lichtung mit dem Lichtgott Apollon. Schließlich sind in den Rousham Gardens auch noch formale Elemente des Barock erhalten: ein Wasserbecken spiegelt das Licht, und Wasserläufe dienen als Wegweiser.

Geist des Ortes am alten Pfarrhaus

Die nächste Station war The Old Rectory in Duntisbourne Rouse. Hierbei handelt es sich um ein altes Pfarrhaus, das die Gartengestalterin und -autorin Mary Keen in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts gekauft und dessen Garten sie als Prototyp des architektonischen Gartens des 20. Jahrhunderts gestaltet hat. Sie erspürte den Geist des Ortes – in Old Rectory gibt es sogar eine alte Kirche.

Mary Keen hat ihren Garten in Räume eingeteilt, in denen üppige Fülle mit formierten Pflanzen (es gibt viel Topiary, Formschnittgehölze) wechseln. Die Gestaltungsidee basiert auf der Idee, mit Hilfe der Neugier durch den Garten zu führen. Als Sammlerin und Verwenderin von Pflanzen hat Mary Keen ihren Garten in üppiger Vielfalt gestaltet. Sie hat ihr Haus beranken lassen und die mit einem Anlehngewächshaus erweiterte alte Schule als Tearoom genutzt. Unterhalb geschnittener alter Obstbäume gibt es Blumenwiesen mit gemähten Rasenwegen. Hier bieten Wildstauden und Gräser Insekten wie z.B. Wildbienen ein gutes Refugium. Die Idee des Naturschutzes ist ein Thema für alle großen Gärten, z.B. auch für die bekannten Highgrove Royal Gardens von Prinz Charles. Leider wird Old Rectory verkauft – Mary Keen ist inzwischen fast achtzig Jahre alt.

Gestaltungs-Klassiker: Arts-and-Craft

Rodmarton Manor war der nächste Garten auf der Lichtbilderreise. Das Landhaus wurde im frühen 20. Jahrhundert im Arts-and-Crafts-Stil nach einem Entwurf von Ernest Barnsley gebaut. Die Arts-and-Crafts-Bewegung erwuchs aus den schlechten Lebensbedingungen, die die Industrialisierung für die Menschen mit sich brachte. Die Bewegung entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts und wurde maßgeblich von William Morris, John Ruskin sowie einer Gruppe von Malern, Architekten und anderen Künstlern initiiert. Ruskin untersuchte die Verbindung zwischen Kunst, Gesellschaft und Arbeit, während Morris die Philosophie von Ruskin in die Praxis umsetzte, indem er großen Wert auf Arbeit sowie die Freude an Handarbeit und natürlicher Schönheit des Materials legte. Im Zeitalter der maschinellen Produktion wollten sich die Künstler der Bewegung auf das Handwerk zurückbesinnen.

Dementsprechend ist das Haus mit typischen honigfarbenen Baumaterialien der Gegend erstellt worden. Die Innenausstattung ist mit ihren Wandteppichen und mit Holz aus der Region erbauten Möbeln im Originalzustand erhalten geblieben. Der Tearoom wird mit Hilfe von Ehrenamtlern betrieben, deren Engagement gesellschaftlich hochangesehen und erwünscht ist. Garten und Haus können in Rodmarton Manor besichtigt werden. Der Garten wird vom Besitzer und einem Gärtner gepflegt; er befindet sich nicht in einem perfekten Pflegezustand, wirkt jedoch authentisch.

Formschnitthecken und aus Steinen der Cotswolds Hills gebaute Mauern teilen das Gelände in Kammern ein. Die geschnittenen Hecken und der Blick in die Landschaft lassen den Garten ordentlicher wirken. Es gibt Stelzenhecken aus Linden sowie geschnittene Buchsbäume. Die Gehölzkulisse bildet einen Rahmen für den Garten. Eine doppelte Staudenrabatte führt zu einem Gartenhäuschen, das im Hintergrund wiederum von Formschnitthecken begrenzt wird. Hier lassen sich Anklänge an die Gartengestaltung von Gertrude Jekyll erkennen.

Eins mit der Landschaft: Bourton-House...

Als nächster Garten wurde Bourton House vorgestellt. Dessen Garten wird mit Hilfe des Headgardeners von Hidcote Manor perfekt gepflegt. Das Herrenhaus steht direkt an der Rasenfläche, davor wurde eine Terrasse angelegt. Es ist empfehlenswert, Bourton House im Spätsommer zu besuchen, denn hier gärtnert man mit Farben. In leuchtenden Rabatten gibt es neue Dahlien, aber auch Montbretien in großen Farbflächen zu bewundern.

Auch in diesem Garten wird die Landschaft mit ihren umliegenden Weiden in das Gestaltungskonzept miteinbezogen. Die blau- zartrosa Rabatte vertieft den Ausblick in die Landschaft. Neben Obstwiesen gibt es einen Küchengarten, aber auch bepflanzte Töpfe. Auch in Bourton House wird der Formschnitt gepflegt: neben Eiben in Wellenform finden sich Buchsbaumkegel, und man kann sich in einem Buchsbaumlabyrinth verirren. Cornus controversa ‘Variegata’ dient als aufhellender Lichtblick.

...und der große Nachbar Hidcote Manor

Jeder Gartenenthusiast hat sicherlich schon vom Hidcote Manor Garden gehört. Ebenso wie beim Sissinghurst Castle Garden handelt es sich hier um einen Modellgarten des architektonischen Gartenstils. Schöpfer dieses High-Society-Gartens ist der britische Pflanzenjäger und Gartengestalter Lawrence Johnston (1871 – 1958). Johnston entwickelte Gartenräume durch die Anlage großer Sichtachsen und das Anpflanzen von Hecken. Neben den formal angelegten Partien gibt es in Hidcote Manor jedoch auch naturhaft gestaltete Bereiche.

Hidcote Manor

Hidcote Manor Garden ist ein Pflanzenjägergarten, der ein Stück Kolonialgeschichte des British Empire widerspiegelt. Reiche Herrenhausbesitzer finanzierten Expeditionen, die in fernen Ländern wirtschaftlich interessante Pflanzen suchten. So kam die Libanonzeder nach Großbritannien und wurde dort dem Porsche vergleichbar zum Repräsentationsobjekt, deren beschirmender Wuchs typisch für die Gärten der Herrenhäuser ist. Zu den Zeiten des British Empire erlaubte China keine Pflanzenexporte; ein als Chinese verkleideter Pflanzenjäger raubte in China 20.000 Teesämlinge und brachte sie nach Indien, wodurch der Grundstein für den Anbau von Darjeeling-Tee gelegt wurde.

Fuer Pflanzenjaeger

Blick von oben auf die Schafweiden

Die Lage des Hidcote Manor Gardens auf einer Anhöhe erlaubt den Blick in die Cotswolds. Typischerweise sind Schafweiden mit großen Solitärbäumen wie Eichen, Buchen und Kastanien, deren abgestorbene Äste erhalten bleiben, zu sehen. Die Existenz dieser Bäume geht auf einen Aufruf zum Pflanzen von Bäumen im 17. Jahrhundert zurück, als man Holz für den Flottenbau benötigte. Bäume und Hecken werden in Hidcote Manor nicht abgeholzt, auch nicht zur Verbreiterung eines Weges. Natürlich gibt es in Hidcote Manor auch die obligatorische doppelte Staudenrabatte, daneben aber auch einen Theatergarten. Und man kann neben dem Restaurant einen Tearoom besuchen.

Hidcote Manor 1

Das Anwesen gehört heute zum National Trust, dessen Gärten das Eichenblattsymbol tragen. Ab dem Besuch von mindestens fünf Gärten pro Jahr lohnt es sich, Mitglied des National Trust zu werden. Der Name Hidcote Manor ist über die von Lawrence Johnston etwa 1950 eingeführte Lavendelsorte Lavandula angustifolia ‘Hidcote Blue’ über die ganze Welt verbreitet.

Ein „Frauengarten“ in dritter Generation

Nun bietet es sich an, gleich im Anschluss an Hidcote Manor Kiftsgate Court zu besuchen, denn dieser von Frauen in dritter Generation geführte Garten liegt unmittelbar gegenüber von Hidcote Manor. Auf einer noch höheren Anhöhe als Hidcote Manor ist dieser Garten angelegt, so dass sich vom wunderschönen, halbschräg in den Hang hineingebauten Haus ein einzigartiger Ausblick über einen mediterranen Garten in die Landschaft der Cotswolds bietet. Kiefern schützen die empfindlichen Pflanzen vor Winden; ein halbrundes Wasserbecken dient als Spiegel.

Kiftsgate Court

Der Senkgarten wurde als Walled Garden im Arts-and-Crafts-Stil gestaltet; er stellt ein Refugium für frostempfindliche Pflanzen, in dem der Duft der Pflanzen hervorragend zur Geltung kommt, dar. Dieser Garten ist ausschließlich mit weiß blühenden Gehölzen bepflanzt; die leider in Deutschland nicht winterharte Dierama (Trichterschwertel) passt gut zu den Gräsern. Blaue Metallstühle verstärken die mediterrane Anmutung. Der Brunnenkopf des Springbrunnens stammt aus den Pyrenäen und ist mit ländlichen Beschäftigungen wie Ernten und Jagen verziert.

Kiftsgate Court 1

Erst kürzlich wurde ein ehemaliger Tennisplatz zu einem sehr formalen Wassergarten umgestaltet. Der schwarze Grund des rechteckigen Wasserbeckens erzeugt eine große Tiefe; filigrane, In herzförmigen Blättern endende silberfarbene Metallstäbe steigen an einer Stelle als Gruppe aus dem Wasser empor (siehe oben). In Kiftsgate Court gibt es einen sehr schönen Tearoom, und natürlich werden auch Pflanzen verkauft. Auch von Kiftsgate ist der Name in einer Pflanze verewigt, nämlich der platzeinnehmenden, weißblühenden Ramblerrose Rosa filipes ‘Kiftsgate’.

Ex-Banker brachte frischen Wind in alten Familienbesitz

Nun zum Garten von Broughton Grange: Der frühere Manager der Bank of Scotland kaufte diesen Landsitz im Jahr 1992, nachdem das Anwesen zweihundert Jahre lang im Besitz der Familie Morrell gewesen war. Im Jahr 2001 erhielt der Gartengestalter Tom Stewart-Smith die Aufgabe, einen ein Hektar großen, nach Süden gelegenen Hang als Walled Garden einzurichten. Das Ergebnis der Arbeit von Stewart-Smith sind drei unterschiedlich gestaltete Terrassen. Die oberste, wärmste Terrasse ist im mediterranen Stil bepflanzt, neben Strauchrosen und dem Riesenfedergras Stipa gigantea gibt es auch Königskerzen und Insekten anziehende Disteln. Die oberste Terrasse bietet einen wunderbaren Blick in die Kulturlandschaft; gleichwohl ist der Garten von hier oben nicht überschaubar.

Eine den Himmel spiegelnde Wasserrinne verbindet die erste Terrasse mit der Terrasse darunter, die sich durch eine geschützte Sichtgruppe auszeichnet. Die dahinter gepflanzte Hecke aus Rosmarin ("Tau des Meeres") geht auf eine Idee von Gertrude Jekyll zurück. In einem Wasserbecken tummeln sich Kois.

Broughton Grange Wasserrinne

Die dritte Terrasse verkörpert schließlich die moderne Idee eines Parterregartens. Schmale Stränge aus organischen Heckenstrukturen, die mit einjährigen Pflanzen (eine Sorte pro Beet) gefüllt sind, zeigen die Zellstruktur eines Blattes. Im Frühjahr wachsen in diesen Beeten Tulpen. Den Abschluss der dritten Terrasse bildet eine mit Lonicera nitida (Geißblatt) unterpflanzte Stelzenhecke aus Linden, wodurch diese dritte Terrasse wettergeschützt ist. Die beschriebenen drei Terrassen stellen nur einen kleinen Teil der Gartenanlagen von Broughton Grange dar; es ist ein vielgestaltiger Garten, in dem neben dem historischen Arboretum auch ein neues Arboretum mit besonderen Gehölzen angelegt wurde, dessen Perspektive in die Zukunft weist.

Broughton Grange Rose

Terrassen am Hang bergen Schatz an Ideen

In Lower Wardington befindet sich der Garten Pettifers. Er ist relativ neueren Datums und wird von seinen Eigentümern seit dem Jahr 1984 gestaltet. Auch hier findet sich ein in Terrassen angelegter Hanggarten, von dem nicht alle Areale sofort einsehbar sind. In diesem Garten werden Pflanzen sehr bewusst kombiniert, und die Strukturen sind wichtig, z. B. finden sich polsterförmige Stauden neben Pflanzen mit säulenförmigem Wuchs. Die ausgewählten Farben der Pflanzen sind exakt aufeinander abgestimmt, die Farbe im Beet soll sich mit der umliegenden Landschaft verbinden. Selbst der Gartenschuppen wurde in Anlehnung an die Blütenfarbe der Rosen gestaltet. Die zweite der Terrassen ist mit Schnittgehölzen bepflanzt, die entweder eine gute Herbstfärbung oder einen schönen Fruchtschmuck aufweisen. Diese zweite Terrasse ist grüner und formaler als die übrigen gestaltet.

Barocke Weberhäuser, typische Weiden und Wolle

Die Gärten von Barnsley House können nur im Rahmen eines High Tea (Nachmittagstees) bzw. eines Aufenthaltes im dortigen Restaurant oder Hotel besucht werden. In der Nähe gibt es jedoch das mit Weberhäusern aus dem 17. Jahrhundert für die Cotswolds besonders typische Dorf Bibury anzuschauen. Die Weber dort haben die benachbarte Arlington-Mühle mit Stoff versorgt. Auch an diesem Ort zeigt sich das für die Cotswolds charakteristische Bild mit Schafen und Wolle.

Der Garten von Snowshill Manor wurde zu Beginn der 1920er Jahre im Stil der Arts-und-Crafts-Bewegung gestaltet. Das Herrenhaus ist ein typisches, aus den Baumaterialien der Umgebung im 16. Jahrhundert errichtetes Manor House. Chipping Campden ist ein lohnender Ort um die Ecke. Es gibt dort neben einem sehr guten Museum zur Arts-und-Crafts-Bewegung auch Handwerksbetriebe zu bestaunen, z. B. eine seit hundert Jahren arbeitende Silberschmiede. In der Sheep Street stehen lauter reetgedeckte Häuser.

Nussbaumsammlung, Labyrinth und viel Fantasie

Upton Wold war der letzte der an diesem Tag vorgestellten Gärten. Er enthält die nationale Sammlung der Walnüsse und Flügelnüsse. An der höchsten Stelle des Gartens ist ein das Leben in England symbolisierendes Labyrinth angelegt. Der Küchengarten ist von Mauern umgeben; fantasievoll gestaltete Wege führen durch das Gelände.

Auch in diesem Garten lässt sich der Blick über die mit Hecken eingerahmten grünen Bereiche mit Wasserbecken in die umliegende Landschaft genießen.

Fotos: Manfred Reichel