Dienstag 17 September 2019

Dortmunds einziger "echter" Adelssitz bleibt Publikumsmagnet

von  Monika Zybon-Biermann

Vierte Gartenflair rund um Haus Bodelschwingh

Hochbeiniges BegrüßungskommiteePünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn am 1. September ging die vierte „Gartenflair“ -Messe im Bodelschwingher Schlosspark mit launischem Wetter an den Start. Was am Freitagmorgen noch ohne Regenschirm betrachtet und erwandert werden konnte, erforderte am Nachmittag schon Humor sowie wetterfeste Kleidung oder einen Platz in einem der großen Zelte.  Stimmungsaufheller gab es in Form von Live-Musik und gastronomischen Angeboten aller Art (Um zu sehen, wie es im Jahr zuvor war, siehe unseren Bericht "Liebeserklärung an ein großes altes Haus").

Erneut zeigte sich der einzige traditionell genutzte Adelssitz der Westfalenmetropole als echter Publikumsmagnet. Die Vorfahren der heutigen Eigentümer, die noch heute hier wohnen, erbauten vor Jahrhunderten die ursprüngliche Wasserburg im Nordwesten der Stadt.

Ein StändchenNoch vor der Eröffnung um 10 Uhr erklang für die Wartenden ein Ständchen des Duos „Oh-TOn“. Das sind Norbert Kalina und Thomas Groß, spezialisiert auf Evergreens des 20. Jahrhunderts (Bild links). Am Eingang präsentierte sich zudem, unübersehbar, ein hochbeiniges Begrüßungskomitee, das schon bei den ersten drei Veranstaltungen rund um das Wasserschloss im Dortmunder Nordwesten seine Späße gemacht hatte: die Stelzen-Läuferinnen „Marion Akkordeon“ alias Petra Raith nebst Kollegin in Riesen-Pflanzenkostümen (Bild oben links). Vor dem Eingang zum Haupthaus zeigte Shari Meichsner ihr Können als Saxophonistin. Die junge Dortmunderin erlernte das Spiel auf ihrem Instrument in Hamm.

 

140 Aussteller machten sich diesmal auf den Weg

Diesmal hatten sich rund 140 Aussteller auf den Weg nach Bodelschwingh gemacht, noch mehr als im Jahr 2016 (Siehe dazu auch unseren Bericht "Liebeserklärung an ein großes, altes Haus"). Zu denen, die bereits von Anfang an dabei waren, gehört das Gartencenter Giesebrecht aus Lünen-Niederaden mit seiner traditionsreichen Baumschule. Kunden können aus einem umfangreichen Sortiment an Obst- und Ziergehölzen auswählen und sich von Fachgärtnern beraten lassen. Der Betrieb verfügt selbst über große Baumschulflächen, bietet aber auch den Service der Bestellung für spezielle Bäume und Sträucher an.
 
Nur wenig Kilometer mehr Anfahrt als die Giesebrecht-Mitarbeiter hatten Manfred und Brigitte Wolff  vom Gartenbaubetrieb Hellkuhl zurück zu legen: Sie kommen aus Lüdinghausen. Ihr Angebot ist ein bunter Querschnitt aus allen Bereichen des Gartenbaus, bietet aber dennoch nur Besonderes: zahlreiche alte Gemüsesorten, die man sonst selten findet, (siehe Fotos unten) ausgesuchte Zierpflanzen und außergewöhnliche Gehölze, zum Beispiel Zieräpfel oder Zwergbäume, wie den Ginkgo ‘Mariken’, der ein „Hexenbesen“ ist. Das hat nichts mit Zauberei zu tun; es ist der Name für eine besondere Art von Mutation.

Bio-Gemüse

Bunte Kartoffel-Vielfalt

Winterharte Hibiskus und alte Gemüsesorten

StaudenhibiskusAus dem norddeutschen Delmenhorst reiste das Team der Gärtnerei Bartels an. Die Niedersachsen kommen mit einer ungewöhnlichen Gattung Stauden im Gepäck. Es sind neue Hibiskus-Züchtungen mit Blüten von gewaltigem Ausmaß (Foto rechts). Alle diese auffallenden Exoten seien absolut winterhart und würden jedes Jahr üppiger und blühfreudiger. Trotz ihrer Aufsehen erregenden Erscheinung seien sie anspruchslos und robust. Ein vollsonniger Platz, guter Gartenboden und bei Trockenheit etwas Wasser seien völlig ausreichend. Das versichern übrigens nicht nur die Delmenhorster Staudengärtner, sondern auch Dortmunder Kundinnen und Kunden, die sich bereits am ersten Tag am Stand der Gärtnerei einfanden, um nach neuen Sorten Ausschau zu halten.

Den kürzesten Weg hatte vermutlich das Team von Aquarium Wilhelmi zu bewältigen. Das Bodelschwingher Unternehmen ist Dortmundern als Spezialist für Aquariumkultur bekannt, hat  aber auch die Gestaltung und den Fischbesatz von Gartenteichen mit einbezogen. „Und da unsere Kois so gut zur japanischen Gartenkultur passen, haben wir seit Jahren einen Partner in Bergkamen, der seinerseits auf Bonsais spezialisiert ist,“ so der Wilhelmi-Sprecher. Daher sind neben Springbrunnen und kleinen Wasserfällen am Wilhelmi-Stand auch sorgfältig geformte Baumzwerge zu entdecken. Das Format des großen Teiches von Haus Bodelschwingh (Foto unten) wird mit einem kleinen Fertigteich wohl kaum zu erreichen sein. Aber in einem Einfamilienhausgarten kann selbst eine kleine Wasserfläche ein Stückchen Himmel spiegeln, ein Springbrunnen die Geräusche der Stadt mildern.

Der Schlossteich

 
Fotos: Monika Zybon-Biermann