Montag 10 Dezember 2018

Geheime Gärten und andere Sehnsuchtsorte

Hinter der eigenen Gartenhecke liegt das Paradies.Trotzdem tun wahre Liebhaber nichts lieber, als einen Blick in andere Gärten zu werfen. Darum gehen sie, wenn möglich, in der Sommersaison alljährlich auf Reisen. Dazu braucht es kein weit entferntes Ziel, kein luxuriöses Ambiente, keine weltberühmten Adressen. Ein Tagesausflug kann bereits unvergessliche Erlebnisse schenken.

 Die gesuchten Beispiele  finden sich auch in der Nähe. Manchmal sind es wahre Sehnsuchtsorte, überwältigende Privatgärten, sonst ganz geheim, die ihre Pforten öffnen. Öffentliche Parks und Anlagen, deren Gestaltung sie berühmt macht, sind oft nicht weit entfernt.

Gärtnereiadressen, wo die Verführung in Form der schönsten Pflanzen lockt und  Märkte an Orten in der Nähe können zur Offenbarung werden und bringen Inspiration: War es nicht genau das, was ich immer schon wollte? Dabei ist nicht zu vergessen: Kreative Ideen finden sich auch im Kleingarten. Spaziergänge durch die Anlagen in der eigenen Gemeinde sind immer möglich.

Deutsch-Niederländisch: Grüne Paradiese am Niederrhein

 Erster Eindruck


Der „Tuin Verheggen“ präsentiert sich auf klassische Weise:
Gartenzimmer, Rasenwege, Insel- und Randbeete
– und immer noch: Buchs!


Vom Ruhrgebiet zum Niederrhein und von dort aus über die Grenze in die Niederlande – das bedeutet eine überschaubare Fahrstrecke. Ideales Ziel also für einen Tagesausflug mit der Gesellschaft der Staudenfreunde (GdS). So machten sich  am Samstag, 15. September, morgens im Rombergpark die in und rund um Dortmund wohnenden Gartenliebhaber auf den Weg, sammelten in Essen die übrigen Teilnehmer ein, um dann die Fahrt nach Westen fortzusetzen. Vier Gärten standen auf dem Programm. Gartenreiseprofis wissen: wer so viel vorhat, braucht Kondition, selbst wenn an den Zielorten keine Gebirge zu erklimmen sind.

5. Gartenflair im Park von Haus Bodelschwingh nach Dürreperiode

 Erster Eindruck


Auf dem Weg vom alten „Dorf“ Bodelschwingh mit der kleinen gotischen Kirche und den zahlreichen Fachwerkhäusern geht man durch den  öffentlichen Teil des Schlossparks.

Den Engländern sagt man nach, dass sie viel vom Wetter reden, nicht nur, weil es im Vereinigten Königreich oft regnet, sondern weil sie obendrein das Gärtnern lieben. 2018 ist in Dortmund das Wetter ebenfalls ein Thema, aber deswegen, weil es nicht geregnet hat. Kein Wunder, dass auch die Bodelschwingher Schlossherrin Mireta Freifrau zu Knyphausen bei der Eröffnung der fünften Gartenflair-Messe die heißen, trockenen Sommermonate zu einem Thema ihrer Begrüßung machte: braunes Gras, Bäume mit vertrockneten Blättern, Rosen zu schlapp für die Blüte – sogar den Fischen im Schloßteich sei die Luft knapp geworden. Die Schauer der letzten Tage brachten Rettung: der Park im Nordwesten der Stadt zeigt sich an diesem Wochenende (zumeist) wieder frisch begrünt.

Traditionsveranstaltung vor besonderer Kulisse

Kunstwelt

Kühles Regenwetter am Samstag dämpfte das Vergnügen, Sonne und angenehme Temperaturen am Sonntag bügelten alles wieder aus –  wen wundert‘s also: Das 21. Heidefest lockte am letzten August-Wochenende 2018 wieder Massen von Besuchern in den Rombergpark. Man ließ sich Würstchen und Kuchen schmecken; nur die Wespen störten gelegentlich.  Das Heidefest heißt so, weil es vor der Kulisse der künstlichen Heide-Moor-Landschaft stattfindet, mit 7000 Quadratmetern die größte dieser Art in Europa.

Sonne, Hitze und viele Besucher beim Kirschblütenfest

Canta Strophe
Der Chor Canta-Strophe
animierte mit populären Melodien
die Zuhörer zum Mitsingen.

Sonntag, 22. April 2018 fühlte es sich schon beim Start um 11 Uhr eher an wie 22. Juli! Das Thermometer kletterte bis mittags fast bis an die 30-Grad-Marke; am Stand des Freundeskreises im Rombergpark waren die Wasservorräte ausverkauft. Dortmunder, aber auch Gäste von außerhalb waren in Scharen zum Kirschblütenfest in den Botanischen Garten gekommen. Bereits morgens waren die meisten Parkplätze belegt, auf den Zufahrtsstrecken bildeten sich träge Schlangen; Radfahrer hatten Probleme, die total verstopfte Mergelteichstraße zu überqueren. Alles in allem – trotz der Nebenwirkungen des gewaltigen Andrangs: ein Riesenerfolg für die Veranstalter, die sich seit einem Jahr ehrenamtlich auf ihr zweites „Hanami“ vorbereitet hatten.

Deutschland trifft Japan beim Kirschblütenfest im Botanischen Garten

Stoffregen-Allee
Eine Allee in Rosa –
so sieht die Stoffregen-Allee im April aus.
Hier findet die Eröffnung statt.
Foto: Eberhard Hoffmann

Was machen Japaner im Frühjahr? Wenn die Kirschen blühen, feiern sie ihr traditionelles „Hanami“, was so viel wie „Blüten betrachten“ bedeutet. Am Sonntag, 22. April, lädt der Freundeskreis des Botanischen Gartens zum zweiten Kirschblütenfest in den Rombergpark ein. Das Erste fand 2016 statt. Nach dem musikalischen Auftakt mit dem Chor Canta-Strophe geben der Vorsitzende des Fördervereins, Eberhard Hoffmann und Stadträtin Birgit Zoerner um 11.10 Uhr an der Stoffregenallee im Westen des Parks den Startschuss. Bei dieser Gelegenheit wird auch die erste Dortmunder Kirschblütenprinzessin Ayla Wewer vorgestellt.

Rotary-Club stiftet dem Rombergpark 88 Küstenmammutbäume

Start
BGR-Chef Dr. Patrick Knopf (rechts) begrüßte die Mitglieder des Rotary-Clubs.

 

An der Schondelle wächst ein Wald von Riesen heran: 88 Küstenmammutbäume, gestiftet von den Mitgliedern des Rotary-Clubs Dortmund-Neutor, wurden am Samstagvormittag an den Rand der großen Talwiese im Botanischen Garten Rombergpark gepflanzt. Die Spender selbst, unterstützt vom Gärtner-Nachwuchs der Stadt, griffen zum Spaten, um die erst zwei bis zweieinhalb Meter hohen Jungpflanzen einzugraben. Schon in einigen Jahren werden die in Nordkalifornien heimischen Koniferen gezeigt haben, was in ihnen steckt, da sie jährlich zumindest einen Meter oder mehr an Höhe zulegen. Immerhin müssen sie ihrem Ruf, die höchsten Lebewesen der Erde zu sein, gerecht werden.

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